Eine kurze Geschichte des Batikens

Einige hassen ihn, andere lieben ihn und wieder anderen ist er völlig egal: der immer wiederkehrende Trend Batik. Aber was hat es damit überhaupt auf sich? Benutzen wir den Begriff Batik richtig, oder sollten wir vielleicht lieber Tie Dye sagen? Wir wollen der Batik-Geschichte mal ein wenig auf den Grund gehen..

Alles fing mit Batik an

Batik beschreibt ein wahrscheinlich von der indonesischen Insel Java stammendes Textilfärbeverfahren, bei dem der Stoff mit Wachs behandelt und dann gefärbt wird.

Der geografische Ursprung lässt sich leider nicht mit absoluter Gewissheit festlegen, da Stoffe auch in anderen Ländern schon seit Hunderten von Jahren in ähnlicher Art und Weise behandelt wurden. Doch die UNESCO wird die indonesische Traditionstechnik nicht ohne Grund zum Weltkulturerbe erklärt haben. Der Begriff Batik bedeutet laut Duden geblümt, gemustert. Vom altjavanischen Wort Mbatik hergeleitet, würde es wohl eher soviel wie „Punkt für Punkt“ bedeuten.

Was ist eigentlich Batik?

Doch viel wichtiger als Debatten über den Ursprung eines Wortes ist wohl dessen Bedeutung. Denn das, was wir heute all übergreifend als Batik bezeichnen, ist eben eigentlich nur das oben genannte Verfahren. Bei diesem wird mit einem Kännchen oder ähnlichem flüssiger Wachs in filigranen Mustern auf Textilien aus Baumwoll- oder Seidenfasern aufgetragen. Daraufhin wird der Stoff in ein Farbbad gelegt. In der Folge nehmen die mit Wachs behandelten Stellen keine Farbe an. So entsteht das gewünschte Muster.

Falten, drehen, pressen: das ist Shibori

In Japan entstand vor mehr als 1000 Jahren ein ganz ähnliches Verfahren, genannt Shibori. Übersetzt heißt das so viel wie wringen, drehen oder pressen. Damit ist die Technik auch ganz gut beschrieben, denn beim Shibori werden die Textilien in verschiedenen Arten gefaltet und gepresst oder sogar vernäht. Daraufhin werden sie in ein Farbbad – ursprünglich aus dem blauen Pflanzenfarbstoff Indigo – gelegt. Wie auch beim Batiken bleiben die (hier durch Faltungen) vorbehandelten Stellen ungefärbt. So entstehen dann geometrische oder ganz und gar willkürlich wirkende Muster.

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Shibori Muster

Peace, Baby – die Entwicklung zum Tie Dye

Der Begriff Tie Dye kommt aus Amerika und ist genau das, was weissmalbunt macht… Quasi eine Art Shibori – aber in bunt

Tie Dye wurde in der Mitte der 60er Jahre in den USA populär. Im Zuge der Hippiebewegung wurden die historischen Technicken genutzt, um Muster zu kreieren, die das freie Lebensgefühl der Menschen ausdrückten. Auch hier wurden und werden die Textilien gefaltet und geknotet. Allerdings landeten die Stoffe beim Tie Dying eher selten in einem Farbbad. Denn: je bunter, desto besser! Also trug man knallige Farben auf die mit Gummis und Bändern verknoteten Stoffe auf. Wie auch bei den alten Techniken, färbten sich hier nur die freiliegenden Flächen und es entstanden tolle Muster. Die beliebtesten sind wohl Spiralen, Bullaugen und Peacezeichen.

Batik, Shibori und Tie Dye heute

Nachdem das mittlerweile bei uns allgemein als Batik verbreitete Verfahren über die Jahrzehnte zahlreiche Revivals erlebte, ist es nun wieder da. Wir sehen Batik überall – als Streetstyles aber auch auf den Laufstegen.

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R13´s Spring Runway Show | Foto: Imaxtree

Designer wie Proenza Schouler, Stella McCartney oder Cristiano Burani haben die bunten Elemente in ihre aktuelle Kollektionen aufgenommen. Es besteht also kein Zweifel: Batik ist ein Dauerbrenner! Und wird es wohl auch immer bleiben…

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